WordPress CMS

WordPress: Vom einfachen Blogsystem zum Everybody’s Darling

WordPress ist ein Programm zur Verwaltung der Inhalte einer Website. Ursprünglich war es speziell für den Aufbau von Weblogs gedacht, zwischenzeitlich erlaubt die fortgeschrittene Entwicklung von WordPress jedoch auch dessen Einsatz als CMS (Content Management System) für klassische Webseiten. Es existieren zahlreiche Plug-ins zur Erweiterung und Themes, mit denen auf die Gestaltung der Website Einfluss genommen werden kann. WordPress erfreut sich großer Beliebtheit unter Entwicklern wie Nutzern.

GESCHICHTE UND LIZENZ

Die Entstehungsgeschichte von WordPress reicht in das Jahr 2001 zurück, wo die Entwicklung des WordPress-Vorgängers b2 begann. Nachdem diese eingestellt wurde, diente b2 ab Anfang 2003 als Basis für die Entwicklung von WordPress, dessen erste stabile Version am 3. Januar 2004 veröffentlicht wurde. Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung erfolgte Anfang 2005 mit WordPress 1.5, das erstmals die Verwaltung statischer Seiten unterstützte und seither den Einsatz von WordPress als CMS ermöglicht. Im Laufe der Jahre erfolgte eine stetige Weiterentwicklung mit zahlreichen ergänzenden Verbesserungen und eine immer stärkere Verbreitung. 2007 und 2009 konnte WordPress zudem den Open Source CMS Award gewinnen. Laut einer Studie von W3Techs werden heute über 24 Prozent aller Internetseiten mit WordPress betrieben.

Die Entwicklung von WordPress erfolgte von Beginn an unter der Open-Source-Lizenz GPL. Diese räumt nicht nur das kostenlose Nutzungsrecht ein, sondern auch das Recht, den Quelltext der Software einzusehen und nach Belieben zu verändern.

TECHNIK UND FUNKTIONEN

Technisch basiert WordPress – wie die meisten modernen CMS – auf der Skriptsprache PHP und der Datenbank MySQL. Für den Betrieb von WordPress ist deren Vorhandensein in einer passenden Version auf dem Server also die Grundlage, was bei den meisten Providern heute als gegeben vorausgesetzt werden dürfte.

Die Funktion von WordPress selbst liegt in erster Linie in der Erstellung und Verwaltung von Blogbeiträgen. Dabei können die Beiträge vom Verfasser kategorisiert und getagt werden, Leser können zudem kommentieren. Außerdem werden die Artikel auch als RSS-Feeds für sogenannte Feedreader zur Verfügung gestellt. Wie bereits erwähnt, unterstützt WordPress seit der Version 1.5 statische Seiten und kann dadurch auch als CMS eingesetzt werden. Zudem stehen eine Bildergalerie, eine integrierte Suchfunktion und ein eingebauter Texteditor zur Verfügung und es werden einige Designvorlagen (Themes) mitgeliefert. Weitere Funktionen und Themes lassen sich ergänzen (s. u.).

BESONDERE MERKMALE VON WORDPRESS

Ein besonderes Merkmal von WordPress ist seine „Fünf-Minuten-Installation“, der zufolge vom Download des Programms bis zum ersten Beitrag meist weniger als fünf Minuten an Zeit investiert werden müssen. WordPress ist heute allerdings bereits so verbreitet, dass auch betriebsfertige Installationen gemietet werden können.

Darüber hinaus existieren unzählige vorgefertigte Themes, teils frei verfügbar, teils kostenpflichtig, mit denen weitreichender Einfluss auf die Gestaltung der Website genommen werden kann.

Neben den Themes wird zudem eine große Auswahl an sogenannten Plug-ins angeboten, mit denen die Funktionen der grundlegenden Software erweitert werden können. Beliebt sind beispielsweise Erweiterungen gegen lästige SPAM-Nachrichten, zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder zur automatischen Sicherung der Installation und der Inhalte.

TYPISCHE PROBLEME MIT WORDPRESS

Spaghetticode
WordPress ermöglicht das Betreiben einer Website ohne eigene Programmierkenntnisse. Der enthaltene Editor erlaubt zudem das Verfassen von Texten und den Einbau von Grafiken ohne die Beherrschung der Internetsprache HTML. Beides führt im Hintergrund in Kombination miteinander leider oft zu einem aufgeblähten Code mit eigentlich unsinnigen Konstruktionen, der zudem die Ladezeit der Website negativ beeinflussen kann. Kommt es später zu einem Redesign der Website, ist der fest verankerte HTML-Code kaum mehr zu entwirren – dann ist oft nur viel Handarbeit gefragt.

Inkompatible Plug-ins und Themes
Die schier unüberschaubare Auswahl an Themes und Plug-ins für WordPress bringt leider auch eine Schattenseite mit sich: Durch den Wildwuchs kann es vorkommen, dass einzelne Plug-ins und Themes miteinander inkompatibel sind und schlimmstenfalls sogar die Gesamtfunktionalität der Website negativ beeinträchtigen. Daher sollte man sich zuvor genau informieren, ob ein neues Theme oder Plug-in in das Gesamtgefüge passt.

WORDPRESS IM VERGLEICH

Im Vergleich zu anderen CMS wie beispielsweise REDAXO, TYPO3, Joomla! oder Drupal punktet WordPress vor allem durch seine immense Popularität. So findet sich für jedes Problem Rat in der Community, für jede noch so ausgefallene Funktion gibt es ein Plug-in und für jeden Geschmack ein passendes Theme. Nachteilig an diesem System ist, dass viele Funktionen, die bei anderen CMS schon „an Bord“ sind, erst über Erweiterungen ermöglicht werden, die nicht immer auch das gewünschte Ergebnis liefern.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de