W3C

Wie das W3C für Standards im Internet sorgt

Im Jahr 1989 entwickelte Tim Berners-Lee die revolutionäre Idee für ein globales Hypertext-Projekt und schuf damit die Grundlagen für das World Wide Web. Das WWW wuchs rasant und neue Software und Hardware für den Datenaustausch kamen auf den Markt. Deshalb rief Tim Berners-Lee 1994 das W3C ins Leben, um weltweit einheitliche Standards und Techniken für das Internet zu gewährleisten und die Kompatibilität zu sichern.

VON DER GRÜNDUNG DES W3C BIS ZUR GEGENWART

Vor dem Jahr 1989 gab es bereits Computernetze, so das bekannte Arpanet des US-Verteidigungsministeriums, das als Vorläufer des Internets gilt. Auf dieser Grundlage nutzten Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenfalls Computernetze, um Daten auszutauschen und Ressourcen zu teilen. Auch das von Tim Berners-Lee im Jahr 1989 entwickelte World Wide Web war zunächst nur als Netzwerk zwischen den französischen und schweizerischen Abteilungen des CERN konzipiert. Doch bereits am 6. August 1991 stellte Berners-Lee sein Projekt der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Kommerzialisierung des Internets vollzog sich mit rasanter Geschwindigkeit. Schon zwei Jahre später stand der erste grafikfähige Webbrowser Mosaic zum Download bereit, mehrere andere Browser und weitere webfähige Programme und Programmiersprachen folgten schnell.

Um den universellen Charakter des WWW zu erhalten und eine Aufsplitterung zu verhindern, rief Berners-Lee im Jahr 1994 das World Wide Web Consortium, kurz W3C, ins Leben. Die Aufgabe dieses internationalen Gremiums ist es, die Weiterentwicklung des Webs zu ermöglichen und Richtlinien sowie Standards auszuarbeiten, die die Kompatibilität sicherstellen. Dazu tragen rund 400 Mitgliedsorganisationen, ein kleines Team von angestellten Mitarbeitern, viele freiwillige Unterstützer und nicht zuletzt Tim Berners-Lee selbst als Direktor bei. Finanziert wird das W3C aus den Beiträgen der Mitgliedsorganisationen und Spendengeldern.

MEILENSTEINE IN DER ENTWICKLUNG DES INTERNETS

Heute gehört die Nutzung des Internets ganz selbstverständlich zum Alltag. Statistiken belegen, dass circa 58,6 Millionen Deutsche im vorigen Jahr online waren, das sind rund 80 % der Einwohner, die über 10 Jahre alt sind. Und nicht nur große Unternehmen, sondern immer mehr Kleinbetriebe, Arztpraxen, Kanzleien und auch Privatpersonen sind mit einer professionellen eigenen Website im Internet präsent.

Mitte der 90er-Jahre spielten weder soziale Netzwerke noch Streaming-Portale im Internet eine große Rolle. Wichtig waren die Darstellung von Webseiten und deren Verlinkung, die Einbindung von Grafiken sowie die Geräteunabhängigkeit. So gehörten unter anderem die Auszeichnungssprache HTML (HyperText Markup Language), das Grafikformat PNG (Portable Network Graphics), die Formatierungssprache CSS (Cascading Style Sheets) und der URI (Uniform Resource Identifier), ein Namensgebungs- und Adressierungsmechanismus, zu den ersten Empfehlungen, die das W3C gab. Diese Grundlagen gelten auch heute noch und sie werden ständig überarbeitet und der technischen Entwicklung angepasst. So liegt mittlerweile HTML5 als Empfehlung vor.

Entwickler und Webdesigner in allen Ländern – und natürlich auch wir – verfolgen die Aktivitäten des W3C sehr genau, um stets die Aktualität und ein hohes Niveau unserer Internetprojekte zu gewährleisten.

GEGENWÄRTIGE AUFGABEN DES W3C UND EIN AUSBLICK AUF DIE ZUKUNFT


Heute ist die Arbeit des W3C wichtiger denn je, denn mit Smartphones, Tablets und internetfähigen TV-Geräten ist die Geräteunabhängigkeit eine wesentliche Voraussetzung für ein funktionierendes Internet. Auch die Plattformunabhängigkeit zu gewährleisten gehört zu den wichtigen Aufgaben, denn mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Betriebssystemen.

Ebenso spielen die multimodale Interaktion, also die Berücksichtigung verschiedener Eingabegeräte einschließlich der menschlichen Stimme, und die Wiedergabe von Multimedia-Präsentationen in Echtzeit eine Rolle. Zu diesem Zweck wurde unter anderem die Auszeichnungssprache SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language) entwickelt.

Natürlich können wir an dieser Stelle nicht alle Aktivitäten und Aufgaben des W3C vorstellen. Doch es zeichnet sich ab, dass in Zukunft dem Datenschutz und der Datensicherheit große Beachtung geschenkt werden. Auch neue Darstellungsformen wie 3D-Techniken und Virtual Reality werden sicher in die Arbeit des W3C einfließen.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de