Was ist ein CMS?

Technologie verständlich erklärt: Was ist ein CMS?

Um die Pflegbarkeit einer Website zu gewährleisten, lohnt sich die Nutzung eines Content Management Systems (CMS). Mit einer solchen Software haben Autoren die Möglichkeit, Texte, Bilder und andere Inhalte zu aktualisieren, ohne selbst über Programmierkenntnisse verfügen zu müssen. Viele Systeme stehen sogar als Open-Source-Software und damit ohne Lizenzgebühren zur Verfügung.

SEIT WANN GIBT ES CONTENT MANAGEMENT SYSTEME?

Mit dem Begriff Content Management System (CMS) wird eine Software bezeichnet, mit deren Hilfe Inhalte für das Internet aufbereitet werden können. Dazu zählen Texte, aber auch Bilder oder Videos sowie andere Formate. Solche Systeme gibt es bereits seit der schnellen Verbreitung des Internets in den 90er-Jahren. Die erste Version von Typo3 wurde zum Beispiel schon 1997 veröffentlicht, seitdem hat es viele Weiterentwicklungen gegeben. WordPress, das derzeit am weitesten verbreitete CMS für Blogs, gibt es seit dem Jahr 2003. Mittlerweile werden auch viele normale Webseiten mit dieser Software verwaltet.

WIE FUNKTIONIERT EIN CMS?

Natürlich gibt es im Detail kleine Unterschiede, allgemein haben alle Systeme jedoch eine wichtige Gemeinsamkeit: Als Autor kann man sich mit seinem Benutzernamen und seinem Passwort im Hintergrund einer Website, dem sogenannten Backend, anmelden. Hier ist es dann möglich, bestehende Inhalte zu bearbeiten oder neue Inhalte anzulegen. Dazu verfügen die meisten weitverbreiteten Systeme über eine grafische Oberfläche, sodass man die Inhalte einer Website ohne Programmierkenntnisse anpassen kann. Der Zugriff auf das Backend erfolgt in der Regel über das Internet, sodass man mit einem modernen Internetbrowser, einem Tablet oder sogar Smartphone stets Zugriff auf die zu pflegende Website hat.

VORTEILE VON CONTENT MANAGEMENT SYSTEMEN

Ein modernes CMS verbindet vielfältige Arbeitswerkzeuge bei gleichzeitiger Einfachheit in der Bedienung. Aus Sicht eines Benutzers ohne Programmierkenntnisse ergeben sich so zahlreiche Vorteile:

  • Niedriger technischer Anspruch
    Wir bereits erwähnt, können Benutzer auch ohne Programmierkenntnisse Inhalte pflegen. Das bedeutet, dass man bei der täglichen Arbeit mit dem CMS nicht auf die Mithilfe eines Programmierers angewiesen ist; stattdessen benötigen Redakteure in der Regel nur eine Einschulung oder eine detaillierte Anleitung, um Routinearbeiten zu erledigen.
  • Mehrere Autoren gleichzeitig
    Darüber hinaus ist es möglich, verschiedenen Autoren Zugriff auf eine Seite zu gewähren, wobei diese in der Regel verschiedene Rechte erhalten können. Wenn also ein Redakteur ausschließlich einen bestimmten Bereich bearbeiten soll, erhält er nur die entsprechenden Berechtigungen und kann somit andere Sektionen nicht verändern. Auch die zeitgleiche, parallele Arbeit in ein und demselben System wird durch getrennte Benutzerkonten erst möglich.
  • Verbesserte Prozesse und Arbeitsabläufe
    Manche CMS bieten einen vollständigen Überblick über sämtliche Artikel und Inhaltsseiten eines Webprojekts. Joomla!, WordPress oder Drupal haben solche Listenansichten, die beispielsweise den Autor, den aktuellen Status oder den geplanten Veröffentlichungszeitpunkt auf einer Seite aufbereiten. Freigabeprozesse und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Abteilungen lassen sich so modellieren und realisieren.
  • Designanpassungen und neue Funktionen
    Oft wünschen sich Redakteure Änderungen am Design oder neue Funktionen. Ohne ein CMS wäre die Bearbeitung von Hunderten einzelner Inhaltsseiten, die teilweise über Jahre entstanden sind, nicht nur extrem zeitaufwendig, sondern auch fehleranfällig und teuer. Sind die Ursprungsseiten komplex aufgebaut und fallen die geplanten Änderungen am Design umfangreich aus, können sich die Aufwände sogar potenzieren. Durch eine strikte Trennung von Inhalt und Design (Mehrschichtarchitektur) setzt ein CMS genau hier an: Es erlaubt Redakteuren, an Inhalten weiterzuarbeiten, während eine Agentur das neue Design vorbereitet und durch eine Erneuerung der Templates und Module live schaltet.

All diese Vorteile führen in ihrer Summe dazu, dass der Auftraggeber die Kontrolle über das Webprojekt behalten kann und große Projekte erst beherrschbar werden. Zu guter Letzt gibt es eine Vielzahl von Systemen, die als Open Source angeboten werden, also unter Lizenzen stehen, die keine Lizenzkosten vorsehen.

HERAUSFORDERUNGEN UND NACHTEILE

Ein gewisser Nachteil ist die Tatsache, dass Inhalte auf einer Website nur innerhalb eines relativ starren Gerüsts geändert werden können. Redakteure haben in der Regel keinen Freiraum für eine individuelle Gestaltung. Das ist oft gewollt, um eine einheitliche Gestaltung über viele Seiten hinweg zu garantieren, kann im Einzelfall aber durchaus zu Problemen führen, wenn beispielsweise besondere Tabellen oder besondere Medientypen eine abweichende Gestaltung erfordern. Mit Blick auf die Kosten ist die Entwicklung einer Website, die mit einem CMS gestaltet wird, meist teurer. Die höheren Kosten fallen dabei aufseiten der Programmierung an, da neben HTML auch CMS-spezifische Komponenten angepasst und entwickelt werden müssen. Das CMS Typo3 verwendet beispielsweise die eigene Sprache TypoScript, die vom Programmierer erst erlernt werden muss. Die höheren Entwicklungskosten können sich jedoch relativieren, wenn mit dem CMS besonders viele Seiten, Sprachen oder Funktionen gepflegt werden sollen.

Schließlich sollte auch die Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Beliebte Systeme sind bei Hackern beliebt: Ist ein CMS hunderttausendfach installiert oder verwendet es Komponenten, die sehr weit verbreitet sind, so lohnt sich die Konzentration auf ebendieses CMS für den Hacker mehr als die aufwendige Suche nach einem unbekannten CMS über Millionen aktiver Domains und Webseiten hinweg. Aber auch das CMS selbst spielt dabei eine Rolle. Joomla! oder WordPress bspw. werden gerne von Vereinen oder Privatpersonen eingesetzt, die sich erfahrungsgemäß nicht regelmäßig und professionell um Updates kümmern können. Sicherheitslücken schlummern oft jahrelang unbemerkt im Hintergrund, bis sie eines Tages überraschend ausgenutzt werden. Oder aber das CMS wird – wie im Falle von Typo3 – von namhaften Organisationen verwendet, wie zum Beispiel von der Deutschen Bank oder Lufthansa. Hier kann das Ausbeuten einer Sicherheitslücke wesentlich größeren Schaden anrichten, da solche Unternehmen immense, teils hochsensible Informationen verwalten. Regelmäßige (Sicherheits-)Updates für CMS sind deshalb genauso unumgänglich, wie diese für Betriebssysteme oder andere Softwareprodukte selbstverständlich sind.

Welche Systeme gibt es und welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten dafür?

Die Vielfalt der Content-Management-Systeme ist kaum überschaubar. Zu den bekanntesten Namen zählen Systeme wie REDAXO, TYPO3, WordPress, Joomla! oder Drupal, die alle als Open-Source-Software angeboten werden. Der Kauf einer Lizenz ist für diese Systeme somit nicht erforderlich. Darüber hinaus gibt es jedoch noch viele weitere Alternativen, unter anderem haben zahlreiche Agenturen Eigenentwicklungen im Portfolio. Die Lizenzbedingungen für diese Systeme sollten im Einzelfall geklärt werden. Manche Agenturen verrechnen die Nutzung mit den Leistungen im Rahmen der Programmierung, bei anderen Systemen müssen hingegen jährliche Lizenzgebühren gezahlt werden.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de