Responsive Webdesign

Responsive Webdesign: Wie verändern Mobile Endgeräte moderne Webprojekte?

Lagen die Zugriffszahlen mobiler Endgeräte im Jahr 2012 noch bei durchschnittlich 5 %, so erreichen diese heute bereits Anteile jenseits der 40 %. Die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Geräteklassen verschwimmen, Besucher greifen wie selbstverständlich mit ihren Smartphones und Tablets auf Internetseiten und Onlineshops zu. Die Anforderungen an Responsive Design, das heißt an das angepasste Design der Website für das jeweilige Endgerät, sind aufgrund zahlreicher Besonderheiten mannigfaltig und die Stolperfallen zahlreich. Ein guter Grund also, sich mit diesem Artikel einen Überblick zu verschaffen.

WEBDESIGN IN DER VERGANGENHEIT UND HEUTE

Vor wenigen Jahren noch reichte es aus, eine Website ins Internet zu stellen, die für einen einzigen Gerätetyp optimiert wurde – das klassische Webdesign für einen 13-Zoll-Monitor war jahrelang Standard bei der Entwicklung von Internetprojekten.

Viele Webdesigner vertrauen auch heute noch auf eigens eingerichtete mobile Webseiten, die in der URL meist leicht am zusätzlichen „m“ – wie etwa in http://m.beispiel.de – zu erkennen sind. Dieses Prinzip funktioniert zwar, bedeutet aber gleichzeitig für Webdesigner einen hohen Mehraufwand: Sowohl die normale Desktop-Website als auch die Variante für Smartphones und Tablets muss eigens erstellt und gepflegt werden. Google sieht diesen „Duplicate Content“ aus Sicht der Onpage-Suchmaschinenoptimierung häufig nicht gerne. Responsive Design erkennt hingegen automatisch, mit welchem Gerät sich der Anwender auf einer Website befindet, und zieht dafür beispielsweise Daten wie die Displaydiagonale des verwendeten Geräts heran. Dadurch weiß die Website, ob sie eine für große Desktop-Monitore oder für kleine Smartphone-Displays optimierte Variante darstellen soll.

MÖGLICHE GERÄTEKLASSEN UND BETRIEBSSYSTEME

Responsive Design funktioniert ausschließlich im Browser und damit unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Ob sich der Anwender also mit einem Gerät mit Windows Phone beziehungsweise Windows 10 Mobile, Android oder iOS auf eine Website begibt, ist unerheblich. Bei den Geräteklassen funktioniert Responsive Design so, dass Desktop-PCs und Notebooks immer die „große“ Website, die für Eingaben mit Maus und Tastatur optimiert sind, zu Gesicht bekommen. Smartphones hingegen erhalten eine komplett anders designte Struktur, die auch mit den Fingern komfortabel bedient werden kann. Tablets sind aufgrund der vielfältigen Anwendungszwecke – einige Geräte lassen sich auch hinstellen und mittels Bluetooth-Maus und -Tastatur ähnlich wie ein Notebook verwenden – irgendwo dazwischen angesiedelt.

VORTEILE DES RESPONSIVE DESIGNS

Die Vorteile sind für beide Parteien – den Webdesigner ebenso wie den Besucher – spürbar. Ersterer muss sich, wie eingangs bereits erwähnt, nicht um die Pflege einer eigenen m-Website kümmern. Content kann einfach erstellt und hochgeladen werden, während die Website selbst durch das Responsive Design dafür sorgt, dass die Inhalte entsprechend den verwendeten Geräteklassen angezeigt werden. Der Anwender hingegen erhält garantiert immer diejenige Seite, die sich mit den vorhandenen Mitteln am besten verwenden lässt – also mit den Fingern auf einem kleinen Display anstelle eines Mauszeigers am großen Monitor. Gleichzeitig ist die Qualität des Contents jedoch nicht abgespeckt: Im Idealfall bietet eine Website, die nach den Richtlinien des Responsive Designs entwickelt wurde, dieselben Inhalte wie die Desktop-Variante.

STICHWORT: SUCHMASCHINENOPTIMIERUNG

Ein weiterer wichtiger Faktor sind Google & Co.: Im Zeitalter der zahlreichen Endgeräte gehört es auch zur Optimierung einer Website, wenn dort von vornherein auf Responsive Design geachtet wird. Jede moderne Suchmaschine wird eine Seite, die Responsive Design einbezieht, deutlich höher bewerten als eine identische Website ohne diese Lösung für unterschiedliche Endgeräte. Nicht zuletzt ist diese Form des Designs also auch einer derjenigen Faktoren, die nicht nur Kunden und Besucher zufriedenstellen werden, sondern – praktisch nebenbei – auch den Suchmaschinenfaktor nicht außer Acht lassen und langfristig zu einer besseren Bewertung durch die einschlägigen Anbieter führen.

WAS PASSIERT MIT DEM RESPONSIVE DESIGN?

Trotz einiger Nachteile – wie etwa einer Inkompatibilität mit älteren Browsern à la Internet Explorer 6 sowie einer generell etwas langsameren Ladezeit sowie der Unfähigkeit dieser Webseiten, auf einige spezielle Smartphone-Features zuzugreifen – wird uns Responsive Design auch in Zukunft begleiten. Es ist denkbar, dass es künftig sogar noch an andere Geräteklassen angepasst wird. Die Smartwatch beispielsweise steht nach wie vor in den Startlöchern und konnte sich im Mainstream noch nicht etablieren. Wenn es so weit ist, wird jedoch auch eine Anpassung an die Möglichkeiten der intelligenten Uhren notwendig sein – und unzweifelhaft wird dies ebenfalls über Responsive Design funktionieren.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de