Webhosting

Rakete oder Papierflieger: Das passende Webhosting entscheidet

Webhosting bedeutet zunächst lediglich, dass zum Beispiel eine Website, ein Onlineshop und die dazugehörigen E-Mail-Postfächer auf fremder Hardware betrieben werden und ein Zugang zum Internet besteht. Im Detail verbergen sich hinter diesem Begriff aber mehrere unterschiedliche Konzepte. An einem Ende der Skala befindet sich der eigene Server, der in einem Rechenzentrum steht, und am anderen Ende der Skala finden sich Angebote, die Kunden ein Hosting in einer „Cloud“ anbieten. Doch wo genau liegen die Unterschiede?

GRÜNDE FÜR DEN ERFOLG DES WEBHOSTINGS

Abgesehen von einigen Großunternehmen betreibt heute kaum noch jemand seine Webserver selbst (dedizierter Server), das Webhosting ist längst zur Standardlösung geworden. Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Der Betrieb eigener Webserver erfordert qualifiziertes Personal. Kleinere und mittlere Unternehmen finden dieses Personal – wenn überhaupt – nur zu hohen Kosten. Außerdem sind Webserver heute ständigen Angriffen ausgesetzt, täglich taucht neue Malware auf. Werden neue Sicherheitslücken bekannt, muss der Betreiber des Servers darauf binnen weniger Stunden reagieren. Ein Webserver erfordert daher ständige Überwachung – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr! Hinzu kommen viele Routineaufgaben, wozu beispielsweise Backups und Updates der Server gehören. Deswegen ist heute nur noch das Hosting wirtschaftlich vernünftig, bei dem wenige Spezialisten diese Aufgaben für viele Server gleichzeitig übernehmen.

FÜR JEDEN BEDARF DIE RICHTIGE LÖSUNG

Die Anforderungen an Webserver sind sehr unterschiedlich. Einige Unternehmen stellen im Web lediglich Informationen zur Verfügung, die Möglichkeiten zur Interaktion mit den Usern sind auf ein Kontaktformular beschränkt. Andere Unternehmen betreiben komplexe Shopsysteme oder andere selbst entwickelte Webapplikationen und Portale auf ihren Servern und stellen so hohe Anforderungen an Hostingmerkmale wie Schnelligkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit und Erweiterbarkeit.

Für diese Kunden bietet sich der Managed Server an. Das bedeutet, dass die Kunden einen kompletten Server mieten und auf diesen quasi unbeschränkt zugreifen können. Der Provider übernimmt dabei beispielsweise alle Aufgaben, die mit der Sicherheit gegen Hackerangriffe, gegen Datenverluste und gegen Systemausfälle zusammenhängen. Längst nicht jeder benötigt diese aufwendige und teure Königsklasse des Webhostings, weitaus gebräuchlicher ist der Shared Server.

Einen Shared Server teilen sich mehrere Kunden, die ihn bisweilen auch für unterschiedliche Zwecke nutzen. Dieses Vorgehen ist etabliert und auch vollkommen unkritisch, weil heute erprobte Techniken zur Verfügung stehen, um die Daten der einzelnen Kunden strikt voneinander zu trennen. Die wesentliche Einschränkung besteht darin, dass Kunden mit geteilten Servern natürlich nicht alles tun dürfen. Die Grenze verläuft dort, wo andere Nutzer des Servers in Mitleidenschaft gezogen werden würden. Softwareentwicklungen, die häufigere Neustarts erfordern, würden beispielsweise die anderen Nutzer des Servers kaum erfreuen. Auch spielen Shared Server preislich im Gegensatz zu Managed Servern in einer gänzlich anderen Liga: Durch die Installationen von Hunderten Kunden auf einem einzigen Server sind Webhosting-Angebote am Markt, die bereits für wenige Euro zu mieten sind.

Eine dritte Variante ist das Cloud Hosting. Der Begriff „Cloud“ ist zum Modebegriff geworden, und nicht jeder meint damit das Gleiche. Typisch ist jedenfalls, dass der Kunde nur noch abstrakte Ressourcen mietet, keine konkrete Hardware mehr. Dem Kunden werden beispielsweise eine gewisse Prozessorleistung, eine ständig verfügbare Bandbreite ins Internet sowie feste Kontingente an Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher garantiert und es bleibt dem Provider überlassen, wie er dies technisch bewerkstelligt. Der größte Vorteil an Cloud Hosting ist die sogenannte Skalierbarkeit: Da die Leistungen aus einem Verbund, bestehend aus Hunderten Rechnern, kommen können, lassen sich je nach Anforderung blitzschnell Ressourcen aufstocken oder herunterfahren. Bei schnell wachsenden Portalen und Onlineshops ist somit gewährleistet, dass die IT-Infrastruktur Schritt hält. Auch Leistungsspitzen können mit Cloud Hosting abgefedert werden, ohne dauerhaft Reserven vorhalten zu müssen.

SERVICE UND SUPPORT ALS WICHTIGES QUALITÄTSMERKMAL

Sind Prozessoren, Speicherplatz oder eine garantierte Verfügbarkeit in Prozent wichtige Eigenschaften eines Webhostings, die transparent und mit wenig Aufwand eine Vergleichbarkeit ermöglichen, so lassen sich ein schnell reagierender Support, Flexibilität beim Einsatz von spezieller Software, die besondere Rechte erfordert, oder die Kompetenz von Servicedesk-Mitarbeitern oft nur im Verlauf eines aktiven Webhostings beurteilen. Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf Zusatzleistungen, die je nach Anforderung im späteren Betrieb eines Projekts erfolgsentscheidend sein können.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de