Drupal

Portallösungen und Community Funktionen mit Drupal

Drupal ist ein Content Management System (CMS), das den Betrieb von Webseiten ohne Eingriff in die Programmierung ermöglicht. Aufgrund von Drupals Modularität lassen sich unterschiedlichste Internetauftritte – vom Blog bis zur Community – realisieren. Drupal ist eine Open-Source-Software und kann dadurch auch kostenfrei eingesetzt werden. Laut Untersuchungen von W3Techs hat es unter den eingesetzten CMS einen Marktanteil von rund fünf Prozent.

GESCHICHTE UND LIZENZ

Drupal wurde ursprünglich vom belgischen Informatiker Dries Buytaert entwickelt, steht seit dem Jahr 2001 aber als Open-Source-Software unter der Lizenz GNU GPL zur Verfügung, die neben der kostenfreien Nutzung auch die Mitentwicklung anderer Programmierer erlaubt, woraufhin sich schnell eine Entwickler-Community rund um Drupal gefunden hat. In der Version 2 wurden Lokalisierungen und ein Berechtigungssystem eingeführt, Version 3 brachte die konsequente Umstellung auf sog. „Nodes“ (alle Inhalte, egal welcher Form, werden als Node definiert und fortan grundsätzlich gleich behandelt) und diverse neue Module (s. u.). Ein weiterer großer Schritt war die Einführung der Unterstützung von PHP5 mit Version 4. Heute liegt Drupal in der stabilen Version 7 vor, zudem existiert eine Entwicklerversion 8, die als Basis das Web Application Framework Symfony (s. u.) verwendet.

TECHNIK UND FUNKTIONEN

Technische Grundlage von Drupal sind – wie bei modernen CMS mittlerweile üblich – die Skriptsprache PHP und die Datenbank MySQL in aktueller Version, was die meisten Hosting-Provider heute bei ihren größeren Webserverpaketen – ebenfalls üblicherweise – standardmäßig anbieten.

Drupal selbst besteht aus einem Kern (engl.: Core), der einerseits die Basisfunktionalität des CMS liefert, andererseits aber auch für die Aufnahme von technischen Erweiterungen (engl.: Modules) und grafischen Gestaltungsvorlagen (engl.: Themes) vorbereitet ist. Hiervon existieren jeweils etliche Tausend, die es ermöglichen, Drupal sowohl für schlichte Webseiten und Blogs als auch für große Sites und Onlinecommunitys mit Tausenden von Mitgliedern zu verwenden und beliebig zu gestalten.

Ab der kommenden Version 8 wird Drupal auf dem Web Application Framework Symfony aufbauen, was die Weiterentwicklung von Drupal wesentlich erleichtert, da so zuvor benötigte, stetig wiederkehrende Entwicklungsarbeit nun in eine spezialisierte Software ausgelagert wird und man sich ganz auf die Arbeit an Drupal selbst konzentrieren kann.

BESONDERE MERKMALE VON DRUPAL

Die Verwendbarkeit für Onlinecommunitys stellt eine der Besonderheiten von Drupal dar, da es Benutzerkonten für sehr viele Mitglieder ermöglicht, ein rollenbasiertes Rechtesystem (Nutzer, Moderatoren, Admin etc.) von Haus aus mitbringt und auch die Versionierung von Inhalten bereits in der Basisversion gestattet. Vor allem deshalb erfreut sich Drupal gerade im Bereich der Onlinecommunitys großer Beliebtheit; nicht zuletzt aus diesen Gründen greift beispielsweise auch der „Economist“ für seinen Internetauftritt auf Drupal zurück. E

in weiterer technischer Anwendungsfall für Drupal ist das Erstellen sogenannter Bücher (engl.: Books), die das kollaborative Erstellen und Verlinken umfangreicher Textkorpora ermöglichen. Seit der Version 4.2 unterstützt Drupal zudem saubere Links (engl.: Clean URLs), die nicht nur maschinen-, sondern auch menschenlesbar sind, was sowohl vom Standpunkt der Usability als auch dem der Suchmaschinen wie Google, Bing & Co. (SEO) ein zu begrüßender Schritt ist.

KRITIK AN DRUPAL

Kritiker bemängeln an Drupal häufig die fehlende Abwärtskompatibilität zu älteren Versionen bei größeren Versionssprüngen. Immer dann nämlich werden Updates schwierig und es müssen Module und Themes für neue Versionen angepasst werden, wonach sie dann aber mit alten Versionen nicht mehr zusammenarbeiten können. Tatsächlich erfolgt auch mit der kommenden Version 8 und der o. g. Einführung von „Symfony“ wieder so ein großer Sprung – mit allen genannten Nachteilen. Den Kritikern wird entgegnet, dass man so stets ohne „Altlasten“ in die Zukunft starten kann.

Zudem verfolgt Drupal für viele in CMS üblichen Strukturen ganz eigene Ansätze, was es gerade für Einsteiger manchmal etwas schwierig bzw. unübersichtlich macht. Drupal-Experten hingegen schätzen die Komplexität, da sie – unterstützt durch Themes und Module – nahezu jede anliegende Aufgabe mit Drupal bewältigen können.

DRUPAL IM CMS-VERGLEICH

Den Vergleich mit anderen CMS wie beispielsweise WordPress, Redaxo oder Typo3 braucht Drupal nicht zu scheuen. Während WordPress sicherlich nach wie vor die überlegene Blogging-Plattform darstellt, Redaxo bei kleinen und mittleren Sites durch seine Übersichtlichkeit überzeugt und Typo3 auch große Webseiten locker schultert, punktet Drupal durch seine Flexibilität und seine Vorzüge im Bereich des Community-Managements.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de