Facebook Rechtsfehler

Facebook-Marketing – Die gröbsten Rechtsfehler

Social-Media-Marketing heißt vor allem: Facebook für die Werbung nutzen. Dies ist mittlerweile zu einer der wichtigsten Marketingstrategien im Internet geworden. Aber nicht alles ist erlaubt. Neben Gesetzesverstößen und Forderungen nach Schadensersatz droht die Abstrafung von Facebook selbst: Wer die Hausregeln der Plattform verletzt und gesperrt wird, verliert ein wertvolles Werbemittel. Die gröbsten Fehler lassen sich jedoch vermeiden, wenn man umsichtig vorgeht. Wir haben für Sie die häufigsten Fehler mit den größten Risiken herausgesucht.

PERSÖNLICHES PROFIL STATT FANSEITE

Facebook stellt Unternehmen die Möglichkeit zur Verfügung, spezielle Unternehmenskonten anzulegen. Unternehmen betreiben „Seiten“ auf Facebook – zumeist „Fanseiten“ genannt. Der Unterschied zu den persönlichen Konten muss unbedingt beachtet werden, denn die Nutzungsregeln von Facebook sind eindeutig: Ein persönliches Profil darf nicht zur kommerziellen Nutzung verwendet werden. Außerdem gilt: Jede natürliche Person darf sich nur einmal bei Facebook registrieren. Das Anlegen eines persönlichen Profils, das eigentlich für ein Unternehmen gedacht ist, kann zur Sperrung führen.

VERSTOSS GEGEN IMPRESSUMSPFLICHTEN

Auch Facebook-Seiten müssen ein Impressum aufweisen, sofern sie nicht rein privat genutzt werden. Deshalb gehört auf jede Unternehmensseite ein Impressum. Auch wer ein Facebook-Profil „geschäftsmäßig“ nutzt, unterliegt der Impressumspflicht. Dies kann zum Beispiel schon dann der Fall sein, wenn in einem privaten Profil hin und wieder geschäftliche Inhalte zu finden sind oder Facebook auch zur Anbahnung von Geschäftskontakten, beispielsweise von Freiberuflern, dient.

Gerade weil die Rechtsprechung zum Begriff der „Geschäftsmäßigkeit“ nicht einheitlich ist, sollte im Zweifel ein Impressum angelegt werden. Der Link zu diesen Angaben muss deutlich erkennbar sein. Kennzeichnungen wie „Kontakt“, „Über uns“ oder „Anbieter“ werden von vielen Gerichten zwar als Bezeichnung für ein Impressum zugelassen, sicherer ist es jedoch, das Impressum auch als solches zu benennen und unter diesem Begriff zu verlinken.

DER SEITENNAME VERLETZT DIE RECHTE DRITTER

Vorsicht bei der Wahl des Account-Namens bei Facebook! Hier gelten dieselben rechtlichen Vorschriften wie bei der Wahl von Domain-Namen. Der Grundsatz für die Bezeichnung von Domains ist einfach: First come, first served – es sei denn, Namens- oder Markenrechte anderer Personen oder Unternehmen, die bereits bestehen, werden verletzt. Wer seinen eigenen Namen für die Bezeichnung seiner Seite benutzt, ist in aller Regel rechtlich abgesichert. Aber jeder frei gewählte Seitenname genießt auch nur insofern Schutz, als der Inhalt der Bezeichnung entspricht. Gerade bei Gattungsbezeichnungen sollte man deshalb aufpassen, wenn Gefahr besteht, dass damit die Rechte Dritter verletzt werden könnten.

UNAUFGEFORDERTE NACHRICHTENVERSENDUNG

Das Verschicken von Werbe-News an Facebook-Nutzer ist strikt untersagt, wenn diese nicht ausdrücklich zugestimmt haben. Dabei muss der Inhalt der Nachricht nicht notwendigerweise eine direkte Werbebotschaft enthalten, um unzulässig zu sein. Schon die reine Imagepflege kann als Werbemaßnahme gewertet werden – und stellt im schlimmsten Fall einen Verstoß gegen § 7 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) dar. Wer auf den „Gefällt mir“-Button klickt, gibt damit nicht gleichzeitig die Erklärung ab, dass er mit der Zusendung von Werbenachrichten einverstanden ist. Selbstverständlich darf jedoch auf Anfragen von Kunden oder Fans mit derartigen Werbenachrichten reagiert werden.

AUF FREMDEN PINNWÄNDEN WERBEN

Auch das Verwenden von fremden Pinnwänden zur Platzierung von Werbung ist mit Risiken behaftet. Grundsätzlich – vor allem dann, wenn der Betroffene dafür keine Zustimmungserklärung abgegeben hat – ist solche Werbung unzulässig. Neben Verstößen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, die zu kostenpflichtigen Abmahnungen führen können, erfüllen solche Maßnahmen in der Regel eine Verletzung der Facebook-Regeln. Im schlimmsten Fall kann der Account gesperrt werden.

FACEBOOK-FANS KAUFEN

Viele Fans sind gut fürs Image, und so spielt mancher Unternehmer mit dem Gedanken, neue Facebook-Fans einfach zu kaufen. Es gibt für diesen Zweck sogar professionelle Angebote im Internet. Doch die Reaktion von Facebook auf ein solches Verhalten kann empfindliche Auswirkungen haben: Neben einer Sperre des Accounts oder dem Deaktivieren einer Seite können auch die eigenen Like-Buttons für neue Fans blockiert werden. Auch kann der Verstoß gerichtlich untersagt oder mit einer kostenpflichtigen Abmahnung durch Mitbewerber verfolgt werden. Denn das Kaufen von Fans kann juristisch als eine irreführende geschäftliche Handlung im Sinne von § 5 Abs. 1 UWG bewertet werden.

STOCKARCHIV-FOTOS AUF IHRER FANPAGE

Wer Stockarchive wie zum Beispiel Pixelio oder Fotolia für seine Fanpage nutzt, ist gut beraten, die Lizenzbedingungen seines jeweiligen Anbieters genau zu studieren. Die Nutzung dieser Fotos für Facebook-Seiten ist nämlich mit einer Besonderheit verbunden: Facebook räumt sich selbst Nutzungsrechte an Inhalten ein, die in dem sozialen Netzwerk eingestellt werden. Deshalb sind Verstöße gegen Urheberrechte bei der Nutzung von Fotolia-Bildern auf Facebook vorprogrammiert.

Die Nutzungsbedingungen von Fotolia und Co. wurden zwischenzeitlich durch besondere Hinweise für die Verwendung von Bildern auf Social Networks erweitert und damit gelockert. Diese enthalten aber weiterhin Einschränkungen. So dürfen bei Fotolia nur Auflösungen von maximal 1000 x 1000 Pixel verwendet werden. Der Hinweis auf Urheber und Quelle darf selbstverständlich nicht fehlen. Gerade bei der Gestaltung von Fanseiten zeigt sich, dass die Inanspruchnahme einer professionellen Webagentur, die auch mit den rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Bildern vertraut ist, viel Ärger ersparen kann.

Steffen Schreiber verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Ressorts Recht und Marketing. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an steffen.schreiber@klicktivisten.de