Onpage-Fehler

E-Commerce – Die gröbsten Onpage-Fehler

Hier soll es nicht um die Fehler im Webdesign oder bei der Benutzerführung gehen, die Besucher oftmals dazu veranlassen, eine Website schnell wieder zu verlassen. Auch im Hintergrund, also bei der technischen Umsetzung des angestrebten Designs, lauern einige Fallen, die wertvolle Plätze im Google-Ranking kosten können.

DUPLICATE CONTENT

Unter Duplicate Content werden Webinhalte verstanden, die über mehr als eine URL erreichbar sind. Wenn Google solche duplizierten Inhalte auf einer Website entdeckt, führt dies zu einer empfindlichen Abwertung der Seite. Duplicate Content ist etwas völlig anderes als ein Plagiat! Es spielt keine Rolle, ob die doppelten Inhalte urheberrechtlich geschützt oder frei verfügbar sind. Inhaltliche Ähnlichkeiten sind auch irrelevant, solange die Formulierungen hinreichend verschieden sind.

INTERNER DUPLICATE CONTENT DURCH VERLINKUNGSFEHLER

Weil Duplicate Content eben ein rein technischer Begriff ist, kann es auch leicht innerhalb einer Website dazu kommen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie einen Artikel sowohl unter seiner Produktkategorie als auch unter „Sonderangebote“ verlinken. Das war der einfache Fall, oft ist die Sache jedoch erheblich schwieriger. Webseiten erzeugen heute dynamische Ansichten, die über sogenannte Parameter-URLs dargestellt werden. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn ein Onlineshop Sie bereits kennt und schon bei der Anmeldung eine Sitzung mit eigener Session-ID erzeugt, um Ihre Vorlieben zu berücksichtigen. Noch mehr URL-Salat kann entstehen, wenn Sie zum Beispiel Produkte einmal nach dem Preis und ein anderes Mal nach anderen Eigenschaften sortieren. So entstehen unterschiedliche Listen mit gleichen Inhalten. Eine Lösung des Problems besteht darin, Google mitzuteilen, dass hinter solchen URLs nichts zu finden ist. Wir zeigen Ihnen gerne, wie das funktioniert.

KEIN DUPLICATE CONTENT IST AUCH KEINE LÖSUNG!

Zumindest nicht immer. Sie könnten beispielsweise auf die Idee kommen, die oben erwähnte zweite URL unter „Sonderangebote“ zu retten, indem Sie eine zweite Artikelbeschreibung verfassen und auch ansonsten darauf achten, dass sich nichts wiederholt. Damit haben Sie zwar das Problem des Duplicate Content umschifft, sich aber ein anderes Problem eingehandelt: Google wird nicht erkennen können, welcher Link der relevante ist, und daher beide niedriger bewerten. Dies wird als „Kannibalisierungseffekt“ bezeichnet. Diese Bezeichnung stammt aus dem Marketing und bezeichnet dort die Konkurrenz zweier Produkte desselben Herstellers um dieselben Kunden im selben Marktsegment. Artikelbeschreibungen bergen ohnehin immer das Risiko, Duplicate Content zu enthalten. Schreiben Sie über das iPhone mal etwas, was noch niemand geschrieben hat! Dummerweise müssen in der Artikelbeschreibung ja alle wichtigen Verkaufsargumente enthalten sein, der Inhalt ist also weitgehend vorgegeben. Eine wirklich elegante Lösung für dieses Problem können wir Ihnen leider nicht anbieten – aber immerhin eine mögliche Alternative: Wir verfassen eine aussagekräftige, verkaufsfördernde Beschreibung und testen anschließend, ob es sich dabei um Unique Content handelt – natürlich bevor die Beschreibung online geht! Wenn es ein Problem gibt, müssen halt Sätze und Worte so lange umgestellt werden, bis alles passt. Na ja, es kann ja nicht alles Spaß machen …

GRAFIKEN UND BILDER KORREKT EINBINDEN

Grafiken und Bilder sind für Suchmaschinen ein Problem, deswegen sollten die wichtigsten Informationen auch in Textform vorhanden sein. Im Fall eines Produktbildes sind die wichtigsten Informationen sicherlich der Produktname und der Hersteller. Diese sollten in der Bildunterschrift und im Alt-Text enthalten sein. Eigentlich dient der Alt-Text dazu, Seitenbesucher mit Sehbeeinträchtigung über den Inhalt des Textes zu informieren. Deswegen gilt das Fehlen dieses Textes als Seitenfehler, und eine fehlerhafte Programmierung mögen nicht nur Suchmaschinen gar nicht! Auch der Dateiname sollte Hinweise auf den Inhalt enthalten, daher wäre bspw. „123_45.jpg“ kein guter Name!

EINE KLARE LINKSTRUKTUR

Wichtig ist, dass von der Startseite aus sämtliche Inhalte über eine übersichtliche interne Linkstruktur erreichbar sind. Sowohl Google als auch Seitenbesucher folgen diesen Links, und beide erwarten, schnell zu den relevanten Inhalten zu gelangen. Hilfreich ist auch die Verwendung sprechender URLs. Wenn jemand zum Beispiel einen Link auf eines Ihrer Produkte verschickt, sollte der Empfänger bereits anhand der URL erkennen können, wohin dieser Link führt. Zu einer klaren Seitenstruktur gehört auch eine eindeutige 404-Fehlerseite. Eine solche haben Sie bestimmt schon einmal gesehen. Sie wird immer angezeigt, wenn eine nicht existierende URL aufgerufen wird. Das kann die Folge eines Tippfehlers sein, aber auch daran liegen, dass irgendwelche Inhalte gelöscht wurden und nicht mehr aufrufbar sind. In diesem Fall lernt auch Google auf diese Weise, dass ein Inhalt nicht mehr vorhanden ist. Eine ganz dumme Idee – die glücklicherweise nicht oft anzutreffen ist – besteht darin, von der 404-Fehlerseite automatisch auf die Startseite weiterzuleiten. Was ist das denn? Ein Navigationssystem, das alle ungefragt zum Hauptbahnhof bugsiert, die sich beim Straßennamen vertippt haben? Auf Ideen kommen die Leute!

BENUTZERFREUNDLICHKEIT ZÄHLT AUCH FÜR GOOGLE!

Ansonsten sollten Sie alles unterlassen, was User verärgert. Dazu zählt an erster Stelle das Aufblähen der Seite mit unnötigen Inhalten, die die Ladezeit verlängern. Außerdem sollten Sie User nicht mit irrelevanten Keywords auf die Seite locken. Wer nicht findet, wonach er gesucht hat, verlässt die Seite ohnehin sofort wieder – Sie handeln sich damit also nur völlig nutzlosen Ärger ein! Andere Probleme sind ohne professionelle Unterstützung recht schwierig zu behandeln. Dazu zählt zum Beispiel die Verteilung eines längeren Dokuments auf mehrere nummerierte Seiten – für Suchmaschinen ist diese Struktur schwer zu verstehen!

Steffen Schreiber verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Ressorts Recht und Marketing. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an steffen.schreiber@klicktivisten.de