Google-Abstrafung

Die häufigsten Gründe für eine Google-Abstrafung

Google sanktioniert Verstöße gegen seine Regeln, indem Webseiten in den Trefferlisten weit zurückgestuft oder gar ganz gelöscht werden. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Verstößen um missglückte Versuche, den Bewertungsalgorithmus von Google zu überlisten und dadurch das Ranking einer Website zu verbessern. Nicht selten werden aber auch Fehler in der Programmierung oder beim Betrieb der Website bestraft.

KÜNSTLICHE BACKLINKS WERDEN HART BESTRAFT

Google wertet Backlinks – also Verlinkungen auf eine Seite von anderen Webseiten aus – als eine Art von Empfehlungsschreiben. Ganz falsch ist das nicht, denn meist stellt eine Verlinkung wirklich eine Empfehlung eines Seitenbetreibers an seine eigenen Besucher dar. Und weil das so ist, gelten hier ähnliche Regeln, wie sie auch für Empfehlungsschreiben in Bewerbungsmappen gelten. Die wichtigste Regel lautet also, dass es zwar nicht gut ist, überhaupt keine oder zu wenige Empfehlungen vorweisen zu können – aber gefälschte Empfehlungsschreiben sind noch schlimmer! Es gibt einige Möglichkeiten, Backlinks zu „fälschen“. Erstens kann man noch andere Webseiten betreiben und sich von dort aus selbst verlinken. Zweitens kann man andere dafür bezahlen, die eigene Website zu verlinken. Drittens kann man Tauschgeschäfte nach der Devise „Verlinkst du mich, dann verlinke ich dich“ abschließen. Viertens kommt so mancher auf die Idee, sich in unzähligen Foren zu registrieren, um dort Kommentare mit eingebundenen Links auf die eigene Seite zu posten. Nichts von alledem funktioniert heute noch, weil Google inzwischen viele Jahre lang Zeit hatte, das bunte Treiben der Linksammler intensiv zu studieren. Den Aufbau von Backlinks zu beschleunigen, ist heute nur noch in sehr behutsamer Dosierung möglich, und selbst dazu bedarf es genauer Detailkenntnisse der Google-Logik!

DIE SÜNDEN DER VERGANGENHEIT: KEYWORD-STUFFING

Google bewertet die thematische Relevanz einer Website anhand des Auftretens wichtiger Begriffe auf der Seite. Diese sogenannten Keywords einer Seite sollten daher in angemessener Häufigkeit auf der Seite auftauchen. Irgendwann in grauer Internetvorzeit dachte Google noch, dies über das einfache Prinzip „je öfter, desto besser“ regeln zu können. Das sprach sich natürlich herum, und beispielsweise auf den Webseiten von Handyshops war fortan massenhaft in etwa so etwas zu lesen: „Um Handy Telefonate tätigen zu können, brauchen Sie ein Handy, weswegen Sie in unserem Handy Shop ein Handy zu einem günstigen Handy Preis kaufen können.“ Das war nicht das, was Google wollte! Aber auch hier hat Google inzwischen viel dazugelernt und analysiert heute mit ausgefeilten Methoden, ob Keywords mit einer natürlichen Häufigkeit und in einer natürlichen Verteilung auf einer Seite auftauchen. Wer seine Seite mit Keywords überlädt, wird seitdem ebenfalls abgestraft – zu wenige Keywords dürfen es aber auch nicht sein. Wir finden die richtige Mischung für Sie!

HÜBSCH HERAUSGEPUTZTE SEITEN

Sie wissen ja, was passiert, wenn sich ein prominenter Politiker „selbst ein Bild von der Lage in den Schulen machen will“: Die Wände werden frisch gestrichen, alle putzen sich fein heraus und vor der Tür wartet ein Chor glücklicher Kinder und singt irgendetwas Schönes. Einige Webmaster kamen auf die Idee, dass das doch eigentlich auch funktionieren könnte, wenn der Crawler von Google zu Besuch kommt, um die Seite zu bewerten. Wieso nicht dem Crawler eine perfekte Welt vorgaukeln, die nichts mit dem zu tun hat, was normale Webseitenbesucher zu sehen bekommen? Einige gehen besonders dreist vor und programmieren eine zweite Version der Seite, die nur für Google bestimmt ist und allen Wünschen von Google perfekt entspricht. Technisch ist das kein Problem, denn heute werden Browser und Endgeräte beim Seitenaufruf ohnehin identifiziert, um die Seite optimiert darstellen zu können. Auf dieselbe Weise kann festgestellt werden, dass Google gerade zu Besuch kommt, und dem Crawler so die eigens für ihn erstellte Seite präsentiert werden. Nicht ganz so dreist – aber beinahe – ist die Methode, der Seite einige nur für Google bestimmte Inhalte hinzuzufügen, die für normale User unsichtbar sind. Sehr beliebt sind dabei zum Beispiel weißer Text auf weißem Hintergrund oder Text mit der Schriftgröße null. Bisweilen wird in dem Text mit der Schriftgröße null sogar noch ein Link versteckt, den nur Google finden soll. Auch diese Tricks funktionieren längst nicht mehr!

MANCHMAL PASSIEREN AUCH EINFACH NUR FEHLER

Hinter der Bezeichnung „History of Penalties“ verbirgt sich eine Art von Vorstrafenregister, das Google für eine Domain angelegt hat. Google bewertet nicht alle Verstöße gleich schwer, bisweilen kommen Seiten mit einer recht milden Bestrafung davon. Google teilt in solchen Fällen meist nur mit, dass irgendein Verstoß festgestellt wurde, ohne ins Detail zu gehen. Wenn es sich um einen unbeabsichtigten Verstoß handelt, ist dieser nicht immer leicht zu finden. Spätestens dann sollten Sie sich an Profis wenden! Denn Google mag keine Wiederholungstäter, weswegen im Wiederholungsfall nach einem Blick in die History of Penalties auch leichte Verstöße empfindlich geahndet werden können. Besonders ärgerlich sind natürlich Strafen, für die Sie wirklich überhaupt nichts können. Dazu kann es kommen, wenn bei Ihrem Provider Server gehackt werden und beispielsweise zum Verteilen von Spam oder Schadsoftware genutzt werden. Plötzlich bewertet Google Ihre Seite als Spam-Versender oder noch Schlimmeres, weil Ihr Provider vielleicht Sicherheitslücken der Serversoftware nicht rechtzeitig durch ein Update geschlossen hat. Deswegen: Augen auf bei der Wahl des Providers! Wir hätten da einen Vorschlag …

Steffen Schreiber verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Ressorts Recht und Marketing. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an steffen.schreiber@klicktivisten.de