REDAXO CMS

Der Star unter den CMS: REDAXO in der Version 5

Redaxo (eigene Schreibweise: REDAXO) ist ein Programm, das – auf einem Webserver installiert – die Verwaltung der Inhalte von Webseiten ohne Programmierkenntnisse erlaubt. Der Fachbegriff hierfür lautet Content Management System (CMS). Gegenüber anderen CMS wie beispielsweise Typo3, Joomla!, Drupal oder WordPress liegt der Fokus der Entwickler auf Einfachheit und Modularität. Dabei steht Redaxo seit dem Jahr 2004 unter der Open-Source-Lizenz GNU GPL bzw. in der Version 5 unter der MIT-Lizenz, was unter anderem die Möglichkeit der lizenzkostenfreien Nutzung von Redaxo beinhaltet.

GESCHICHTE UND LIZENZ

Die Entwicklung von Redaxo wurde bereits im Jahr 1999 von der in Frankfurt am Main ansässigen Agentur Pergopa begonnen, die heute unter dem Namen Yakamara Media firmiert – ursprünglich zur Verwendung im Eigenbedarf. Seit dem Jahr 2004 steht Redaxo unter der Open-Source-Lizenz GNU GPL bzw. unter der MIT-Lizenz. Dies erlaubt einerseits Entwicklern den Einblick in den Quellcode sowie eine aktive Partizipation an der Weiterentwicklung von Redaxo, andererseits ist GPL-Software auch automatisch zur kostenfreien Nutzung – privat wie gewerblich – freigegeben.

TECHNIK UND FUNKTIONEN

Technisch basiert Redaxo, wie die meisten modernen CMS, auf der Skriptsprache PHP sowie der Datenbank MySQL. Beides sollte bei den meisten angebotenen Webhosting-Paketen heute gegeben sein. Besonders wichtig ist den Entwicklern von Redaxo die striktestmögliche Trennung von Struktur, Inhalt und Design. Diese Schichtarchitektur erlaubt es beispielsweise zu beliebigen späteren Zeitpunkten, das Design der Templates und Module zu ändern, ohne die Inhalte der Einzelseiten anfassen zu müssen. Gleichzeitig bestehen beim Design selbst keinerlei Einschränkungen, sodass gleichzeitig Entwickler wie auch Anwender ohne spezifische HTML-Kenntnisse im System arbeiten können, was in dieser Form bspw. bei WordPress so weitreichend nicht gegeben ist. Eine Versionierung sowie ein Workflowmanagement können über das ausgefeilte AddOn-System nachgerüstet werden.

BESONDERE MERKMALE VON REDAXO

Die Besonderheiten von Redaxo lassen sich auf drei Eigenschaften verdichten: Einfachheit, Flexibilität und eine 100-prozentige Kontrolle der ausgegebenen Webseiten. Diese drei Eigenschaften prädestinieren Redaxo geradezu für die unterschiedlichsten Projekte im Web.

Es ist einfach zu bedienen, was eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Webseiten darstellt, die vom Websitebetreiber selbst verwaltet werden sollen. Wer im Bereich der IT bereits Projekte erleben durfte, die zu umständlich, fehleranfällig und verkopft in der Bedienung waren, kennt das hohe Risiko des Scheiterns nur zu gut, obwohl das einzelne Projekt womöglich viele Funktionen oder eine ausgefeilte Programmierung besitzt. Eine kurze Schulung reicht aus, um das CMS ohne Programmierkenntnisse komplett selbst zu pflegen – HTML-Kenntnisse oder besondere Programmierbefehle werden nicht benötigt.

Durch eine Vielzahl sogenannter AddOns bleibt das System sehr flexibel, da mit diesen Erweiterungen originär fehlende Funktionalität einfach nachzurüsten ist. Dieses Prinzip kennt man zwar von allen modernen CMS, wird jedoch bei Redaxo fast auf die Spitze getrieben: Außer der Strukturverwaltung, dem Medienmanagement für Dateien und einem Benutzer- und Rechtesystem gehört kein weiterer Ballast zum Standardlieferumfang dieses CMS. Erst durch die Anforderungen des Projektes selbst wächst das System. Es bleibt dadurch immer genau so groß, wie man es letztlich in der täglichen Arbeit benötigt, und bleibt dabei so schlank und so leistungsstark wie nötig.

Im Bereich der SEO gibt es zahlreiche AddOns, mit denen sich zum Beispiel unterschiedliche Domains mit einer Redaxo-Installation pflegen lassen, passgenaue sprechende URLs erreicht werden können, Sitemaps automatisiert generiert und die für die Suchmaschinen sehr wichtigen Titel und Beschreibungen individuell oder seitenübergreifend hinterlegbar werden.

TYPISCHE PROBLEME MIT REDAXO

Bemängelt wird an Redaxo häufig, dass die Anpassung der Templates bzw. die Programmierung des Designs umständlich sei. Tatsächlich stoßen hier Anwender ohne HTML- und sogar PHP-Kenntnisse recht schnell an ihre Grenzen – was für den Einsatz von Redaxo für reine Anwender tatsächlich eine nennenswerte Hürde darstellen kann, sofern man keine Erfahrung im Bereich der Websiteentwicklung besitzt. WordPress hat in diesem für Privatanwender wesentlichen Punkt den entscheidenden Vorteil gegenüber Redaxo, da bei WordPress von Grund auf fertige Designs und Templates mitgeliefert werden, die den Einstieg in ein eigenes Projekt erheblich erleichtern. Auch dies ist ein wesentlicher Grund, weshalb WordPress bekannter und populärer ist, da man auch ohne professionelle Hilfe von einer Agentur direkt mit einer eigenen Website an den Start gehen kann.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass eine Standardinstallation von Redaxo aus Sicht einer SEO als zumindest suboptimal gelten muss. Aber da sind die Redaxo-Entwickler ja sehr transparent und empfehlen auch aus eigenen Stücken entsprechende Erweiterungen.

REDAXO IM VERGLEICH

Hauptkritikpunkt an Redaxo ist – wie oben angedeutet – der Spagat zwischen der intendierten Einfachheit der Basisinstallation und den zahlreichen AddOns, mit denen man fehlende Funktionalität quasi „nachschieben“ muss. Aber zwischen diesen beiden Polen muss sich ein CMS ja letztendlich irgendwo positionieren. Andere CMS wie WordPress, Joomla!, Drupal oder Typo3 bringen da von Haus aus mehr Features mit, die aber vielleicht gar nicht jeder braucht – zulasten der Bedienbarkeit und der Übersichtlichkeit.

Redaxo punktet also, wenn man ein für kleine und mittelgroße Webseiten schnelles und für reine Nutzer durch die strikte Trennung von Inhalt und Design sehr einfach zu bedienendes CMS sucht. Bei großen Webseiten mit beispielsweise mehr als 2000 Seiten hingegen stößt Redaxo langsam, aber sicher an seine Grenzen. Man sollte daher für solche Projekte den Einsatz eines anderen CMS erwägen, weil die Verwaltung der Einzelseiten innerhalb der Struktur zunehmend unübersichtlich werden kann.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de