Bildrechte

Bildrechte – Fehler können teuer werden!

Die urheberrechtlichen Problemstellungen bei der Ausgestaltung von Webseiten mit Bildmaterial sind vielfältig. Klar ist, dass Lichtbildner als Urheber von Fotos aller Art den gesetzlichen Schutz ihrer Werke genießen, Bilder also nicht beliebig kopiert und ins Netz gestellt werden dürfen. Wer ein bestimmtes Bild gerne auf seiner Website veröffentlichen möchte, sollte sich also in jedem Fall vorher um eine Lizenz bemühen. Bei allen Fragen rund um den Erwerb von Bildrechten stehen wir unseren Kunden gerne zur Verfügung.

URHEBERRECHT UND NUTZUNGSRECHT

Während das Urheberrecht unveräußerlich ist, kann ein Fotograf das Recht zur Nutzung des Materials an Dritte veräußern. Dies kann er exklusiv tun, was bedeutet, dass nur ein einziger Erwerber das Bild verwenden darf. Verkauft der Lichtbildner die Rechte nicht-exklusiv, so steht es ihm frei, die Lizenz auch noch anderen Nutzern anzubieten. Wer Wert auf einzigartige Fotos legt, sollte deshalb auf einem exklusiven Erwerb bestehen, muss dafür jedoch in der Regel weitaus mehr bezahlen.

DAS KREUZ MIT DER SCHÖPFUNGSHÖHE

Im Zusammenhang mit Urheberrechten taucht immer mal wieder der Begriff der „Schöpfungshöhe“ auf. Diese stellt eine rechtliche Konstruktion dar, die es im Streitfall möglich macht, schutzwürdige Lichtbildwerke von reinen Gebrauchsfotografien oder Schnappschüssen abzugrenzen. Doch Vorsicht: Der Begriff der Schöpfungshöhe wird von Gerichten unterschiedlich ausgelegt, sodass hier keine absolute Rechtssicherheit geboten werden kann. Hinzu kommt, dass je nach Inhalt des Bildes auch noch Persönlichkeitsrechte oder das Recht auf Privatsphäre berührt werden können.

DAS RECHT AM EIGENEN BILD

Insbesondere Privatpersonen genießen das vollumfängliche Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, dass die abgebildete Person selbst bestimmen darf, ob ein Bild zur Veröffentlichung freigegeben wird oder nicht. Personen des öffentlichen Lebens hingegen haben die Verbreitung von Fotos aufgrund ihrer herausragenden gesellschaftlichen Position bis zu einem bestimmten Grad hinzunehmen. Widerrechtliche Einblicke in ihren Privatbereich jedoch müssen auch Prominente nicht dulden.

EIGENTUMSRECHTE VERSUS PANORAMARECHT

Bis heute ist es eine Streitfrage, in welchem Umfang Fotografien von Gebäuden oder fremdem Eigentum ohne Erlaubnis der Architekten oder Besitzer veröffentlicht werden dürfen. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern räumt das Panoramarecht Lichtbildnern sehr weit gehende Freiheiten für Fotografien im öffentlichen Raum ein. Anderes gilt, wenn für eine bestimmte Ansicht Privatgrundstücke betreten werden müssten: Hierfür bedarf es selbstverständlich einer entsprechenden Erlaubnis. Streitbar ist auch, wie detailliert reine Wohngebäude abgebildet werden dürfen. In jedem Fall empfiehlt es sich, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes Namensschilder oder die Nummern vor dem Haus geparkter Autos sowie die Gesichter zufälliger Passanten zu verpixeln. Bei der Erstellung von Videos kann diese Unkenntlichmachung einen erheblichen Arbeitsaufwand darstellen, was man bereits vor dem Dreh berücksichtigen und weshalb man entsprechend unverfängliche Perspektiven wählen sollte.

LIZENZEN

Um in Sachen Nutzungsrecht auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, auf anerkannte Formen der Lizenzierung zu setzen. Hierbei sollte man darauf achten, dass das gewählte Modell dem gewünschten Zweck entspricht. Zweckgebundene Lizenzen sind oft preisgünstiger, schränken aber die Verwendungsmöglichkeiten ein. Ein typisches Beispiel sind Bildlizenzen zur redaktionellen Verwendung, die für gewerbliche Zwecke keine Gültigkeit haben. Solche jeweils lizenzpflichtigen Verwendungsformen können zeitlicher, räumlicher, inhaltlicher oder anwendungsmäßiger Natur sein, sodass man hier sehr genau hinsehen sollte. Auf der sicheren Seite ist, wer für eine unbegrenzte Weiterverwendung des Fotos gegen eine einmalige Gebühr Lizenzfreiheit erwirbt („royalty-free“). Dies ist nicht zu verwechseln mit der Gemeinfreiheit („public domain“): Dieser Begriff bedeutet, dass ein Bild aufgrund seines Alters oder Urhebers (z. B. NASA) ohne Auflagen der Allgemeinheit zur freien Verwendung zur Verfügung steht. Ähnlich verhält es sich mit der GNU-Lizenz, unter welcher der Lichtbildner noch vor Ablauf der Schutzfrist die Nutzungsrechte bewusst und unwiderruflich an die Allgemeinheit abtritt, meist unter der Bedingung der Namensnennung. Wenn Sie unsicher sind, welche Lizenz für Ihre Zwecke infrage kommt, so stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Steffen Schreiber verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Ressorts Recht und Marketing. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an steffen.schreiber@klicktivisten.de