Social-Media

6 Social-Media-Mythen

Marketing über Social-Media-Kanäle ist seit vielen Jahren kein Geheimrezept mehr. Ein wahrer Besucheransturm wird versprochen, zahlreiche neue Kunden werden angeblich generiert – und alles läuft natürlich fast wie von selbst. In diesem Ratgeber räumen wir mit sechs verbreiteten Mythen und Legenden rund um Social-Media-Marketing auf.

„MACH MAL FACEBOOK, DAS IST KOSTENLOS!“

Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter, Instagram und YouTube werden gerne als kostenlos angepriesen. Schließlich kostet die Registrierung keinen einzigen Cent – was auch für Unternehmen gilt – und die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte werden von den Betreibern getragen. Das Hosting von Hunderten von Videos würde normalerweise enorme Summen aufgrund des hohen Bandbreitenbedarfs verschlingen – doch YouTube übernimmt schließlich alles. Die Wahrheit sieht allerdings weit weniger rosig aus.

Tatsächlich ist die Nutzung der Plattform zwar kostenlos, doch der Content möchte erstellt und auf Nutzerfragen will geantwortet werden. Eine wirklich professionelle Betreuung einer Social-Media-Website findet praktisch 24 Stunden am Tag statt – und kein Mitarbeiter macht das umsonst. Während die Bereitstellungskosten also tatsächlich lächerlich niedrig ausfallen, dürfen die laufenden Kosten auf keinen Fall unterschätzt werden.

DAS ANGEBLICH EINFACHE DESIGN

Unerfahrene Entscheider wälzen die Gestaltung einer Social-Media-Website gerne auf den Praktikanten ab, denn schließlich kann privat auch jeder eine Profilseite bei Facebook erstellen. In Wahrheit ist die Pflege jedes Social-Media-Kanals eine große Herausforderung, die sehr viel Erfahrung bedarf. Unternehmensschädigende Inhalte verbreiten sich über Twitter & Co. wie ein Lauffeuer und können daher weitreichende Konsequenzen haben. Dieses wichtige Instrument für modernes Marketing durch eine unerfahrene Person erledigen zu lassen, wäre ein großer Fehler.

Sobald mehrere Mitarbeiter an der Gestaltung der Website beteiligt sind, empfehlen wir außerdem, Richtlinien für die Nutzung von Social-Media-Plattformen innerhalb des Unternehmens zu erstellen. Diese Guidelines sorgen dafür, dass jeder Mitarbeiter schnell weiß, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und welche nicht – und wie sich beispielsweise die persönliche Meinung von den Interessen des Unternehmens unterscheiden kann. Social-Media-Marketing ist ein Vollzeitjob, der nicht an unerfahrene Personen delegiert werden sollte.

SOCIAL-MEDIA-PLATTFORMEN SIND EIN TOOL FÜR JUNGE MENSCHEN

Wer von der Generation Facebook und den Digital Natives spricht, denkt an 14- bis 30-Jährige und sieht darin automatisch die größte Nutzergruppe der Social-Networking-Seiten. Zwar ist das nicht komplett von der Hand zu weisen, doch gleichzeitig sehen alle Altersgruppen einen starken Zuwachs an aktiven Nutzern – also auch von Personen, die das 40. Lebensjahr überschritten haben.

Menschen zwischen 35 und 55 Jahren nutzen die bislang genannten Kanäle genauso aktiv, über dieses Alter hinaus steigt die Anzahl der in diesen Netzwerken vertretenen Personen ebenfalls stark an. Das bedeutet, dass auch Unternehmen mit einem Fokus auf eine Zielgruppe mittleren und höheren Alters diese Plattformen ideal nutzen können, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben oder mit potenziellen Neukunden in Kontakt zu treten. Wir raten Ihnen daher dringend zu einer Zielgruppenanalyse im Rahmen Ihrer Marketingbemühungen in sozialen Netzwerken.

OHNE SOCIAL-MEDIA GEHT EIN UNTERNEHMEN UNTER

Nein, auch das stimmt nicht! Gerade regional bekannte Unternehmen, die sich innerhalb ihres Einzugsgebiets in einer bestimmten Nische etablieren konnten, werden auch in Zukunft überleben – selbst ohne weitere Werbung über Social-Media-Kanäle. Zudem spielt die Branche eine zentrale Rolle: Während sich Technologieunternehmen kaum gegen soziale Netzwerke „wehren“ können, lassen sich in industriefremden Betrieben – wie vielleicht Bäcker oder Restaurants, deren Qualität vor allem durch Mundpropaganda getragen wird – auch ohne Facebook Gewinne erzielen.

Insbesondere exklusiv arbeitende Unternehmen aus dem Luxussegment legen außerdem Wert auf eine gewisse Diskretion und sind daher gar nicht darauf aus, sich selbst so bekannt wie möglich zu machen – oder denken Sie, durch ein aggressives Marketing bei YouTube würden plötzlich mehr Lamborghinis verkauft werden? Gerade der Verzicht auf diesen Vertriebskanal kann manchmal positive Auswirkungen haben (wenngleich es eine allgemeingültige Regel natürlich nicht gibt).

SOCIAL-MEDIA KURBELT KEINE VERKÄUFE AN

In der Tat lassen sich die Auswirkungen von Maßnahmen im Bereich des Social-Media-Marketing schlechter messen als bei herkömmlichen Formen der Werbung. Das heißt allerdings nicht, dass diese Plattformen keine Verkäufe bringen: Durch zielgerichtete Werbung werden die Anwender mit Informationen versorgt, die genau auf diese Benutzergruppe zugeschnitten sind. Zahlreiche Posts und Links auf der eigenen Social-Media-Seite sorgen dafür, dass der Traffic steigt und besonders die Sichtbarkeit der eigenen Marke im Netz erhöht wird.
Letztendlich verkauft also niemand direkt über Facebook Produkte oder Dienstleistungen, doch können beispielsweise Onlineshops durch die Nutzung dieser Kanäle theoretisch eine dreistellige Millionenzahl an Kunden auf das eigene Angebot aufmerksam machen.

MEHR FANS, MEHR GEWINN?

Gerne werden die Anzahl der Follower bei Twitter oder ähnliche Daten als Benchmark für den Erfolg einer Werbekampagne oder eines Unternehmens herangezogen. Allerdings stimmt das nicht: Ein einziger Fan, der jeden Tag aktiv ist, Links teilt und über Ihr Unternehmen redet, ist mehr wert als 100 inaktive Besucher. Letztendlich ist es die qualitative Basis an Nutzern, die Sie für Ihr Unternehmen gewinnen wollen.

Ein Auge auf die Quantität empfehlen wir nur dann, wenn die Anzahl Ihrer Kunden stagniert und Sie somit scheinbar Probleme damit haben, Ihre Reichweite und Sichtbarkeit zu steigern. Ohne Neukunden werden Sie keinen rosigen Zeiten entgegensteuern – und nur in diesem Fall sollten Sie auch die Quantität bei der Generierung von Fans beachten.

Dalibor Stojanovic verantwortet als einer der beiden Geschäftsführer der Klicktivisten GmbH insbesondere die Technologie und E-Commerce. Fragen zu diesem Artikel senden Sie gern an dalibor.stojanovic@klicktivisten.de